Bildungsgewerkschaft zur Gemeinsamen Erklärung zwischen den Bildungs- und Lehrergewerkschaften sowie der Kultusministerkonferenz

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Aus einer Pressemeldung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW):

Bildungsgewerkschaft zur Gemeinsamen Erklärung zwischen den Bildungs- und Lehrergewerkschaften sowie der Kultusministerkonferenz

GEW: „Papier jetzt mit Leben füllen!"

Berlin/Frankfurt a.M. – „Jetzt muss die gemeinsame Erklärung zwischen den Bildungs- und Lehrergewerkschaften sowie der Kultusministerkonferenz (KMK) mit Leben gefüllt werden. Ein weiteres Papier für die Schublade brauchen wir nicht. Alle sind sich einig, dass in Deutschland mehr Geld in den Bildungsbereich investiert werden muss. Wir erwarten, dass die Erklärung auf Landesebene Anstoß für Verhandlungen zwischen Lehrkräftevertretungen und Regierungen zur Erhöhung der Bildungsetats ist", sagte Ulrich Thöne, Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), während der Vorstellung der gemeinsamen Erklärung am Donnerstag in Berlin.

Er hob hervor, dass die langen Verhandlungen zwischen KMK und Lehrkräftevertretungen letztlich zu positiven Ergebnissen geführt hätten. „Der GEW ist wichtig, dass wir gemeinsam die unzureichende Finanzierung des gesamten Bildungssystems feststellen. Wir sind uns zudem einig, dass die durch sinkende Schülerzahlen frei werdenden Ressourcen endlich auch in die Verbesserung der Qualität von Bildung investiert werden sollen", unterstrich Thöne. „Es wird anerkannt, dass Lehrkräfte ihre wichtige gesellschaftliche Aufgabe oft unter schwierigsten Bedingungen erfüllen." Einig sei man sich auch bei der Notwendigkeit, die Lehrerbildung zu verändern und weiter zu entwickeln.

Thöne machte aber auch deutlich, dass sich die GEW klarere Worte bei der individuellen Förderung der Schülerinnen und Schüler und den hierfür notwendigen Voraussetzungen gewünscht hätte. „Die CDU-regierten Länder fallen in dieser Frage hinter die Aussagen des Bundespräsidenten Horst Köhler zurück", sagte der GEW-Vorsitzende. Gerade angesichts der aktuellen Unterschichts- und Armutsdebatte müsse Schule einen größeren Beitrag zur Chancengleichheit der Kinder und Jugendlichen leisten. Deshalb habe die GEW ein Zusatzvotum zu Protokoll gegeben.

Info: In ihrem Zusatzvotum stellt die Bildungsgewerkschaft fest, dass die Pädagogik der individuellen Förderung durch das frühe Sortieren zehnjähriger Kinder in unterschiedliche Schulformen und das Sitzenbleiben erheblich erschwert werde. Die GEW setzt sich dafür ein, die Möglichkeiten und Grenzen individueller Förderung im traditionellen deutschen Schulsystem wissenschaftlich zu untersuchen, um Schlussfolgerungen für die Unterrichtspraxis und die Lehrerbildung zu ziehen. Die GEW bedauert, dass der von ihr angeregte Beirat zur Unterstützung und Begleitung des angestrebten Veränderungsprozesses keine Mehrheit gefunden hat. Nach Vorstellung der GEW sollte dieser aus Vertretern der KMK und der unterzeichnenden Lehrervertretungen zusammengesetzt sein.

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft - Bundesvorstand
Pressestelle - Öffentlichkeitsarbeit
19.10.2006

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